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Einführung in (angepasste) Holacracy

6. Februar 2018

Einführung in (angepasste*) Holakratie / Holacracy
– wie Gewaltfreie Kommunikation (GFK) sich in Organisationsstrukturen widerspiegeln kann

Machtunterschiede stehen oft zwischen Menschen und lassen Verbindung nur bis zu einer gewissen Tiefe gehen. Das ist oft nicht genug, um Gewaltfreie Kommunikation (GFK) langfristig in einem Unternehmen zu verankern. Das zeigen viele hochmotivierte Versuche, GFK in Konzernen wie Ford oder Volvo zu integrieren, von denen nach 4-5 Jahren nicht mehr viel übrig war. Konflikt für Konflikt erodiert die Haltung, Schlüsselmenschen verlassen das Unternehmen und nach ein paar Jahren war’s das mit der Empathie im Alltag. 

Die Haltung der GFK braucht eine Entsprechung auf struktureller Ebene, auf Macht-Ebene. So, dass das Leben der Haltung nicht von einzelnen Personen abhängt, sondern in die Struktur „eingebacken“ ist.

Ein Ansatz, der sich in den letzten Jahren dafür herumgesprochen und bewährt hat ist die Holakratie, eine smarte Weiterentwicklung der Soziokratie.

Ich (Georg Tarne) bin seit 8 Jahren GFK-Trainer und habe in dem von mir vor 5 Jahren mitgegründeten Sozialunternehmen soulbottles seit gut 2,5 Jahren praktische Erfahrung mit Holakratie. Seit einem Jahr gebe ich diese zusammen mit GFK auch an andere Organisationen weiter, u.a. an Kunden wie Einhorn, Bosch und Audi.

Ich habe als Gründer aus der Chef-Position erlebt, wie verbindungshemmend und unproduktiv die klassische Hierarchie ist. Ich wollte Augenhöhe und Verbindung und bekam von meinen Kolleg*innen Projektionen und Angst. Da konnte ich noch so viel GFK vorleben, dadurch dass ich die strukturelle Macht über meine Kolleg*innen hatte, blieb bei ihnen – und das zurecht – immer eine Restvorsicht. Das alles änderte sich durch die Holakratie nachhaltig. 

Worum geht es in der Holakratie?

Holakratie versucht die Vorteile von Hierarchie, Basisdemokratie und Anarchie zu vereinen, ohne deren Nachteile zu übernehmen. 

Jenseits von klassischer Hierarchie und Konsensklub gibt es ein Feld – die verteilte Autorität. Dort werden wir uns in Vertrauen und auf Augenhöhe treffen und gemeinsam viel mehr bewirken können als alleine. Schluss mit autoritären Entscheidungen von oben. Aber auch Schluss mit elendslangen Konsensrunden, in denen 20 Leute drei Stunden lang entscheiden wollen, welche Farbe der neue Flyer hat.

Das funktioniert mit einem klaren Regelwerk, dem sich auch die ehemaligen Geschäftsführer*innen unterwerfen – so wie sich vor ein paar Jahrhunderten die allein herrschenden Könige einer Verfassung unterwarfen. Das geht mit einer klaren Grundausrichtung auf einen gemeinsamen Sinn und Zweck und einer hohen Transparenz. Das geht mit großer Rollenklarheit, die klar macht, was man voneinander erwarten kann, und wer jew. in welcher inhaltlichen Frage die „Letztentscheidung“ hat. Das geht mit sehr klar strukturierten Meetings, die Vielredner beschränken und zu mehr Effektivität führen. Und das geht mit maximaler Autonomie und Selbstverantwortung der einzelnen Personen in ihren Rollen. 

Genauso wie die GFK ist auch das nicht immer bequem, aber es setzt ungeahnte Kräfte frei.

Was könnt ihr am Workshop-Tag mitnehmen?

  • Ihr bekommt ein Grundverständnis der Regeln der Holakratie und wie wir sie für soulbottles mit GFK angepasst, vereinfacht und erweitert haben
  • Ihr habt die beiden Kernmeetings kennengelernt und ausprobiert
    • Das Governance-Meeting mit dem hoch-effektiven und ego-minimierenden Integrativen Entscheidungsprozess, in dem Rollen definiert und weiterentwickelt werden
    • Das Operative Meeting, in dem supereffizient und selbstverantwortlich operative Themen besprochen werden
  • Ihr kriegt ein Gespür dafür, wie Holakratie in einem Unternehmen aussieht, und sich über die Zeit weiterentwickelt
  • Ihr lernt Formate kennen, wie man in einem Holakratie-Unternehmen GFK integrieren und verankern kann
  • Ihr könnt einen erfahrenen Menschen aus der Holakratie-Praxis mit all euren Fragen löchern 🙂

Der Trainer:

Georg Tarne ist Sozialunternehmer und New Work Berater. In dem von ihm gegründeten Sozialunternehmen soulbottles mit seinen knapp 30 Mitarbeitern erprobt er seit Jahren neue Ansätze zu Selbstorganisation und trennt dabei die Spreu vom Weizen. Mit der Verbindung von innovativen Systemen wie Holacracy mit einer radikal konstruktiven Konfliktkultur hat sich soulbottles dabei zu einem der Vorreiter der globalen Selbstorganisationsbewegung entwickelt.

Georg Tarne gibt diese Erfahrungen mittlerweile als Berater und Speaker an Kunden wie RWE, Bosch, Audi, Daimler oder die Stiftung der deutschen Wirtschaft weiter. Dabei hilft ihm die praktische Überprüfung aller theoretischen Ansätze im produzierenden Betrieb soulbottles sowie unzählige Ausbildungen in Ansätzen wie Holacracy, empathischer Mediation und fokussiertem Coaching.

*Da ich kein offizieller Lizenzpartner von HolacracyOne bin, und auch ein paar Anpassungen der Holakratie vorschlage, bin ich verpflichtet, mitzuteilen, dass das kein offizielles Holacracy-Event ist, und ihr hier „meine Version der Holakratie“ kennen lernt. Man sieht: Auch Holakratie hat das leidige Zertifizierungsthema 😀

Logistik:

Ort: Frankfurt am Main

Zeit: Dienstag, 6. Februar 2018, 09:30 bis 18:00 Uhr

Teilnehmende: Die Gruppe ist auf 20 Teilnehmer_innen begrenzt.

Preis: Wir bitten die Teilnehmer in Abhängigkeit Ihrer finanziellen Bedürfnisse und unter Abwägung Ihrer und unserer Bedürfnisse einen Beitrag zwischen 450,-  und 150,- € selbst auszuwählen. Je nach Ort kommt wahrscheinlich noch eine Tagungspauschale in Höhe von ca. 60,- bis 80,- € dazu.

Anmeldung: Über unser Anmeldeformular – Dein Platz ist reserviert nach Eingang einer Anzahlung von 150.- €. Deinen individuellen Restbetrag entscheidest Du dann vor Ort am Ende des Seminars.

Storno: Bei Absagen bis 6. Januar erstatten wir die Anzahlung abzüglich einer Stornogebühr von 50€. Bei späteren Absagen erfolgt keine Erstattung.

Details

Datum:
6. Februar 2018